Letzte Aktualisierung: 03. März 2010
 

Krankheitsverlauf

Mit ca. 21 bekam ich die ersten Stellen an den Beinen und Armen, irgendwie hab ich das Ganze ziemlich verdrängt. Hab das Gefühl, dass alle Stellen auf einmal da waren.

Ich hab erst noch gedacht, ach was sind das denn für kleine Eiterpickelchen... und dann fingen diese an zu jucken und der Kreislauf begann: Juckreiz, kratzen bis es blutete, endlich Erleichterung, Juckreiz, kratzen bis es blutete, endlich Erleichterung... dadurch entstanden diese Knötchen, wie ich dieses Jahr endlich vom Professor der Klinik Borkum Riff erfahren konnte. Es kommt eine Entzündung und die Wunde und dadurch entstehen die Knötchen und durch den Juckreiz und durchs Kratzen werden sie immer dicker.

Aber zurück zum Verlauf:
Von nun an hab ich alle Hautärzte in Oldenburg aufgesucht, jeder doktorte nur an mir rum, ohne Erfolg! Im Gegenteil! Es wurde nur schlimmer. Dann dachte ich, ich hätte in Wardenburg endlich ne tolle Ärztin gefunden, sie machte mir Mut und half mir zumindes psychisch (das war schon zwei Jahre später). Irgendwann allerdings, als ich völlig fertig war, weil ich mein Spiegelbild nicht mehr anschauen mochte, fuhr ich wieder hin und ich weiß bis heute nicht, ob Sie nur nen schlechten Tag erwischt hatte, sie knallte mir an den Kopf, ich müsse damit leben, dass ich immer blickdichte Strumpfhosen tragen müsse. In mir brach eine Welt zusammen... ich hatte alle Hoffnungen in diese Ärztin gesetzt, sie hatte mir immer Hoffnungen gemacht und dann das...

Ich hatte erstmal die Schnauze voll!! Ging dann erst ein halbes Jahr später wieder zu einem Arzt, der in Oldenburg aufgrund seiner unmenschlichen Art nicht sehr beliebt ist, aber praktisch gut sein soll. Nach einem weiteren halben Jahr ohne sichtlichen Erfolg ging ich nicht mehr hin. Aber wenigstens hatte ich schon zwei Jahre lang nur noch selten einzelne Stellen bekommen.

Dann hörte ich von der neuen Hautärztin in der Stadt Frau Dr. Gliem (ich erwähne bewußt nur ihren Namen, denn alle anderen sind es nicht wert hier genannt zu werden) und beschloss mein Glück bei ihr zu versuchen. Im Februar 2004 hatte ich recht schnell meinen Termin und fühlte mich gleich gut aufgehoben. Auch wenn ihre Art etwas schüchtern war, merkte man, dass sie mir wirklich helfen wollte und sich ehrlich bemühte. Ende Februar entnehm sie eine Hautprobe und Ende April überwies sie mich gleich für 4 Wochen in die Hautklinik in Oldenburg, hier bekam ich Bestrahlungen, Bäder und Salbentherapie und es schlug langsam, wenn auch kaum sichtbar, an.

Nach der Entlassung war Frau Dr. Gliem noch nicht zufrieden und wir stellten einen Rehaantrag, der auch sofort bewilligt wurde. Im August 2004 durfte ich dann 3 Wochen in die Rehaklinik Borkum Riff. Da ich im September nach Köln ziehen wollte, konnte ich diesen leider nicht, wie von den Ärzten vorgeschlagen, verlängern. Endlich wurden zumindest kleine Erfolge sichtbar!!

Seit ich nun in Köln wohne, kann ich leider Frau Dr. Gliem nur noch sporadisch als Ärztin in Anspruch nehmen. Ich habe mir aber des öfteren frei genommen und 600 km in Kauf genommen um bei Ihr behandelt zu werden.

Im März 2005 haben wir wieder einen Rehaantrag gestellt. Dieser wurde von der BfA abgelehnt und wir gingen in Widerspruch, ja wir... denn Frau Dr. Gliem schrieb auch einen an die BfA. Daraufhin wurde ich von der BfA zu einem Arzt in Köln Stadtmitte geschickt, der ein Gutachten darüber schreiben sollte, ob die Reha notwendig ist... "Liebe BfA-Leute guckt Euch den Sch... doch mal an!!" Der Arzt war super und sagte sofort, dass er ohne mit der Wimper zu zucken diese Reha unterstützen würde und er nicht verstehen könnte, wie die BfA das bei dem Krankheitsbild in Frage stellen könne.

Ende Juli 2005 kam dann endlich die Zusage für die Reha... wieder in der Klinik Borkum Riff. Leider hat die Maßnahme dieses Mal kaum angeschlagen (nur die Psoriasis auf dem Kopf ist eingedämmt) und man teilte mir mit, dass mir nur noch eine Lasertherapie o. Cortisonspritzen unter die Knoten helfen könnte.

Am 07.11. habe ich nun einen Termin bei dem Arzt der das Gutachten über mich erstellt hatte und hoffe, dass er noch eine andere Möglichkeit sieht oder die Lasertherapie bei der Krankenkasse unterstützt.

Gestern war nun der Hautarzttermin. Der Arzt hat sich wirklich um mich bemüht, allerdings auch die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, weil er bei einer Frau in meinem Alter diese Krankheit noch nie gesehen hat. Ich habe ihn daraufhin gefragt, ob er denn noch weitere Patienten mit einer Prurigo hat und er meinte, dass er noch zwei Frauen hätte, aber Beide über 50 Jahre. Er meinte in meinem Alter kommt diese Krankheit eigentlich gar nicht vor, jedenfalls nicht so ausgeprägt. Meist kommt die Prurigo erst nach den Wechseljahren... Tja ich bin wohl wirklich was besonderes.. haha... danke kann ich drauf verzichten. Er will sich nun mit einem Kollegen besprechen und Literatur wälzen um noch irgendeine Methode zu finden, die mir helfen kann. Da Lichttherapie, verschiedene Salben, Cortison und Antihistaminika bisher nicht geholfen haben.

Allerdings hat er mir nun 5 Stellen vereist, bei meiner Prurigo könnte es möglich sein, dass dadurch die Zellen zerstört wären und das die Papeln nach ein paar Tagen abfallen. Aber ehrlich gesagt, ich glaub nicht dran. Ist es falsch wenn man die Hoffnung aufgibt?! Jaja ist es.. ich weiß es doch...

Vielleicht sollte ich mal mit den Dingern sprechen... "liebes Knötchen nun warst Du lang genug an meinem Arm, nun ist es Zeit zu gehen".

Ende der Woche muss ich ihm Rückmeldung geben, wie es aussieht. Allerdings will er jetzt versuchen für mich einen Psorkamm bei der Krankenkasse zu beantragen. Vielleicht klappt ja das wenigstens. *hoff*

Als ich dann gestern nach Hause kam, war ich nur noch ein Häufchen Elend, hab zwei Stunden erstmal durchgeheult, meine beste Freundin, die 300 km weg ist, musste mich ne halbe Stunde am Telefon ertragen. Ich denke ihr ist es auch ganz schön schwer gefallen, dass sie nicht da sein konnte um mich zu trösten. Mein Freund wußte gar nicht was er machen sollte, der war nachher fertiger als ich. Hab mir dann erstmal nen ordentlich starken Tequila Sunrise gemixt und bin dann totmüde ins Bett gefallen. Leider wollte mein Körper aber keine Ruhe geben!! Ich hatte die ganze Nacht super schlimmen Juckreiz, so schlimm hatte ich den glaub ich noch nie!! Aber der Arzt hat mir eine neue Tablette dagegen verschrieben, kann die morgen aus der Apotheke abholen, hoffe die Dinger bringen was.

Seit ich die ganzen Antihistaminika (also seit einem Jahr etwa) nehme, hab ich auch noch ordentlich zugenommen, ich dachte erst, dass das an mir liegt, aber ich habe mittlerweile von eingen anderen die Rückmeldung bekommen, das es ihnen genauso geht.

Heute (08.11.) hab ich erstmal einen Termin bei einem chinesischen Heilpraktiker gemacht und zusätzlich noch nen Termin beim Psychologen, so kann es ja nicht weiter geht. Hörst Du Prurigo ich kämpfe!!!

Hab vorhin noch ziemlich lang mit Petra telefoniert (die aus der Reha, siehe unter das bin ich), sie hat im Moment einen starken Neurodermitisschub, da konnten wir uns ordentlich austauschen. Hoffe, dass es ihr bald besser geht.


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