Prurigo:
Definition
Nicht-infektiöse, ursächlich nicht einheitliche Hauterkrankungen mit Auftreten von stark juckenden entzündlichen Papeln und
Seropapeln (Papeln mit stark juckendem zentralen Bläschen) nach deren Aufkratzen der Juckreiz meist sistiert.
Prurigo simplex acuta (Strophulus infantum)
Klinische Charakteristik
Schubweises Auftreten zahlreicher Seropapeln an Rumpf und Extremitätenstreckseiten meist bei Kindern bis zu 6 Jahren;
gelegentlich Blasenbildung. Effloreszenzen durch starken Juckreiz meist zerkratzt, Sekundärinfektionen
Ursachen
Prurigoreaktion der Haut kann durch eine Vielzahl von meist exogenen Ursachen ausgelöst werden, oft liegt eine atopische Disposition zugrunde;
im Einzelfall ist Analyse häufig schwierig
- Exogene Irritantien (Pollen, Staub)
- Stich- bzw. Bissreaktionen (z.B. Insektenstiche oder Bisse)
Differentialdiagnosen
Skabies, atopische Dermatitis
Verlauf
Häufig schubweiser Verlauf über Monate. Abheilung mit Pigmentierung oder Depigmentierung; kaum Narbenbildung
Prurigo simplex subacuta
Klinische Charakteristik
Chronisch rezidivierende papulöse Dermatose (Prurigoknötchen) des Erwachsenenalters (überwiegend Frauen) die bevorzugt
an Streckseiten von Oberarmen und Oberschenkeln, Brustregion, Rücken, Gesäß vorkommt.
Oft nur multiple Kratzeffekte und Narbenbildung sichtbar.
Verlauf
Da Juckreiz nach Zerkratzen (oft bis zur Blutung) nachlässt, erfolgt Abheilung meist unter Narbenbildung.
Häufig chronischer Verlauf über Monate bis Jahre
Ätiologie
Die Ätiologie ist nicht bekannt, eine psychogene Ursache wird oft als mitverursachend angenommen.
Kann allerdings auch im Rahmen von sonstigen organischen Störungen (z.B. Niereninsuffizienz) auftreten.
Differentialdiagnose
- Einen prurigoähnlichen Aspekt können gelegentlich andere Hauterkrankungen zeigen (Atopische Dermatitis herpetiformis Duhring, Prurigo aestivalis)
- Milben und Parasitenbefall
- Pruritus im Rahmen von Malignomen
Prurigo nodularis
Klinische Charakteristik
- Stark juckende bis zu mehrere cm große Knoten besonders an Extremitätenstreckseiten, begleitet von tiefen Kratzeffekten und Narben
- Ätiologie auch hier unklar
Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf,
mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben.
Prurigo simplex acuta und subacuta (nodularis)
Lokalbehandlung
- Zink-Schüttelmixtur mit Steinkohlenteer-/Ichthyol-Thesit-Zusatz
- Glukokortikoidexterna
- Capsaicinhältige Externa
Systemische Behandlung
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