Letzte Aktualisierung: 03. März 2010
 

Prurigo:

Definition

Nicht-infektiöse, ursächlich nicht einheitliche Hauterkrankungen mit Auftreten von stark juckenden entzündlichen Papeln und Seropapeln (Papeln mit stark juckendem zentralen Bläschen) nach deren Aufkratzen der Juckreiz meist sistiert.


Prurigo simplex acuta (Strophulus infantum)

Klinische Charakteristik

Schubweises Auftreten zahlreicher Seropapeln an Rumpf und Extremitätenstreckseiten meist bei Kindern bis zu 6 Jahren; gelegentlich Blasenbildung. Effloreszenzen durch starken Juckreiz meist zerkratzt, Sekundärinfektionen



Ursachen

Prurigoreaktion der Haut kann durch eine Vielzahl von meist exogenen Ursachen ausgelöst werden, oft liegt eine atopische Disposition zugrunde; im Einzelfall ist Analyse häufig schwierig

  • Exogene Irritantien (Pollen, Staub)
  • Stich- bzw. Bissreaktionen (z.B. Insektenstiche oder Bisse)



Differentialdiagnosen

Skabies, atopische Dermatitis



Verlauf

Häufig schubweiser Verlauf über Monate. Abheilung mit Pigmentierung oder Depigmentierung; kaum Narbenbildung



Prurigo simplex subacuta

Klinische Charakteristik

Chronisch rezidivierende papulöse Dermatose (Prurigoknötchen) des Erwachsenenalters (überwiegend Frauen) die bevorzugt an Streckseiten von Oberarmen und Oberschenkeln, Brustregion, Rücken, Gesäß vorkommt. Oft nur multiple Kratzeffekte und Narbenbildung sichtbar.



Verlauf

Da Juckreiz nach Zerkratzen (oft bis zur Blutung) nachlässt, erfolgt Abheilung meist unter Narbenbildung. Häufig chronischer Verlauf über Monate bis Jahre



Ätiologie

Die Ätiologie ist nicht bekannt, eine psychogene Ursache wird oft als mitverursachend angenommen. Kann allerdings auch im Rahmen von sonstigen organischen Störungen (z.B. Niereninsuffizienz) auftreten.



Differentialdiagnose

  • Einen prurigoähnlichen Aspekt können gelegentlich andere Hauterkrankungen zeigen (Atopische Dermatitis herpetiformis Duhring, Prurigo aestivalis)
  • Milben und Parasitenbefall
  • Pruritus im Rahmen von Malignomen



Prurigo nodularis

Klinische Charakteristik

  • Stark juckende bis zu mehrere cm große Knoten besonders an Extremitätenstreckseiten, begleitet von tiefen Kratzeffekten und Narben
  • Ätiologie auch hier unklar



Therapie

Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert. Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Prurigo simplex acuta und subacuta (nodularis)



Lokalbehandlung

  • Zink-Schüttelmixtur mit Steinkohlenteer-/Ichthyol-Thesit-Zusatz
  • Glukokortikoidexterna
  • Capsaicinhältige Externa



Systemische Behandlung

  • Antihistaminika